Leukämie-Lotse in türkischer Sprache

Eine Fundgrube für Informationen für Patienten und Angehörige


zum Leukämie-Lotsen 

Die Strube Stiftung konzentriert sich mit einem Schwerpunkt auf die Information über bestimmte Krebsarten. Dazu bietet die Stiftung Aufklärung und Beratung über Therapie und Hilfsangebote. In Zusammenarbeit mit Ärzten und Wissenschaftlern werden Forschungsprojekte zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz unterstützt und gefördert.

Sprachbarrieren bei medizinischen Themen überwinden

Im neuesten Projekt wird der Leukämie-Lotse um eine zusätzliche Zielgruppe erweitert. In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Institut Mannheim (DTI) werden jetzt Leukämie-Betroffene und Angehörige von Leukämie-Patienten in türkischer Sprache angesprochen und informiert.

Karin Strube: „Oft sind es hohe Sprachbarrieren, die verhindern, dass Menschen mit türkischem Hintergrund notwendige Informationen über Hilfsangebote und Therapiemöglichkeiten erhalten.“ Das bestätigt auch Gülsah Alkaya-Saunders, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim DTI: „Wir unterstützen die Begegnung und Verständigung von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte sowie das Miteinander türkischer und deutscher Jugendlicher durch Zusammenarbeit in Bildung und Arbeit, Wissenschaft und Forschung. So wollen wir Benachteiligung und Ausgrenzung entgegenwirken und gegenseitigen Respekt fördern.“ Gerade bei medizinischen Angeboten sollte der Zugang zu Hilfen und Informationen möglichst niedrigschwellig sein. „Deshalb freuen wir uns über die Zusammenarbeit mit der Strube Stiftung“ fügt Gülsah Alkaya-Saunders hinzu. Organisationen wie das DTI haben besondere Möglichkeiten und Vorteile in der Zusammenarbeit mit Migranten, denn sie genießen das Vertrauen ihrer Zielgruppe und verstehen deren Bedürfnisse und Kultur. Von großer Bedeutung ist auch gerade die Verbesserung der „Gesundheitskompetenz“ von Menschen mit Migrationsbiografie.

Diagnose Leukämie

Die Diagnose Leukämie bedeutet für Erkrankte und deren Angehörige, dass sie sich mit vielen komplexen Themen auseinandersetzen müssen, von denen sie vorher wenig wussten. Für die Betroffenen ist es oft schwer, die Auswirkungen der Krankheit und die Hintergründe der Therapieempfehlungen zu verstehen. Doch nur mit solchem Wissen kann die Zeit der Therapie gut bewältigt werden. Nicht nur krankheitsspezifische Themen stehen dabei im Fokus. Werden die Erkrankten doch auch mit sozialrechtlichen, wirtschaftlichen, beruflichen und familiären Herausforderungen konfrontiert. Aufgrund der großen Dringlichkeit, die Therapie zu beginnen, besteht in der Regel zu wenig Zeit, um alle diese Anforderungen ausreichend zu bewältigen.

Wenn man in einem fremden Land an einer schweren Krankheit erkrankt, ist es noch schwieriger sich zu informieren. Karin Strube kann aus eigener Erfahrung berichten, wie schwierig es ist, mit Ärzten zu kommunizieren, wenn man die Sprache zwar gut genug für Arbeit und Freizeit beherrscht, aber eben nicht vollkommen flüssig spricht.

Diese Sprachbarriere gilt aber nicht nur für die Betroffenen, sondern ebenso für die Ärzte. Diese sind oftmals damit konfrontiert, dass weniger geeignete Personen, wie z.B. die Verwandte der Betroffenen, die Übersetzung leisten müssen.

Daher hoffen wir, dass Betroffene und deren Angehörige die Möglichkeit nutzen werden, sich sachlich korrekt und evidenzbasiert in ihrer Sprache zu informieren.


Zu den türkischen Filmen des Leukämie-Lotsen 

Projektteam

Karin Strube

Foto der DTI Mitarbeiterin Frau Alkaya

Gülsah Alkaya-Saunders

© Strube Stiftung | 2020